Der britische Proxy-Anbieter Byteful mit Sitz in Manchester blockiert seit dem 30. Oktober 2026 standardmäßig den Traffic zu den KI-Inference-APIs von OpenAI (api.openai.com) und Anthropic (api.anthropic.com) in seinem Netzwerk. Zur Begründung verweist der Anbieter auf ein höheres Missbrauchsrisiko dieser Art von Traffic, etwa durch ausländische KI-Destillationsangriffe; über 99,9 % des Kundentraffics sei nicht betroffen.
Laut dem Produkt-Update-Log von Byteful können Kunden mit berechtigtem geschäftlichem Interesse Zugang beantragen – allerdings nur, wenn sie außerhalb von Hongkong und China ansässig sind. Anfragen werden einzeln geprüft und erfordern eine KYC-Verifizierung; Anträge mussten vor dem 30. Oktober eingereicht werden, damit der Zugang rechtzeitig zum Inkrafttreten der Sperre aktiv war.
Kontext: Direkter IP-Zugriff bereits eingeschränkt
Die KI-API-Sperre ist die zweite jüngere Standardrestriktion im Byteful-Netzwerk. Anfragen, die rohe IP-Adressen statt Hostnamen ansteuern, werden bereits seit dem 7. September 2026 standardmäßig blockiert, ebenfalls mit Ausnahmen im Einzelfall. Darüber hinaus pflegt Byteful eine private Blockliste mit über 6.000 Einträgen, die Regierungsdomains, Banking- und Zahlungsanbieter, NSFW-Seiten und Maildienste umfasst, und setzt als Mitglied der Internet Watch Foundation deren Blocklisten durch.
Für Nutzer der Residential-, ISP-, Datacenter- und Mobile-Proxies von Byteful bedeutet das praktisch: Anfragen an api.openai.com oder api.anthropic.com schlagen fehl, sofern keine Ausnahme gewährt wurde – und Ausnahmen sind für Kunden in Hongkong oder China überhaupt nicht verfügbar.